Hervorragende Auflösung dank Kamera-Scanning: Einblicke aus einem Fotolabor in New York City

|Jahan Saber

Klassische Laborabzüge sind eine Kunstform, die von erfahrenen Technikern geprägt wird, die hinter den Kulissen kreative Entscheidungen hinsichtlich Farbe und Dichte treffen. Doch mit zunehmender Reife der Film-Community sehnen sich viele Fotografen mittlerweile nach der umfassenden, uneingeschränkten Kontrolle über ein „digitales Negativ“ im RAW-Format, um ihre Bilder selbst zu bearbeiten.

Das NYC Filmlab hat diesen Wandel aktiv mitgestaltet und ist damit eines der ersten kommerziellen Labore, das neben seinen klassischen Dienstleistungen auch professionelles Kamerascanning in sein Angebot aufgenommen hat. Um herauszufinden, wie das Team dort traditionelles Handwerk mit modernster Technologie in Einklang bringt, haben wir uns mit den Mitarbeitern des NYC Filmlab zusammengesetzt, um über die Vorteile und Herausforderungen der groß angelegten Einführung des Kamerascannings zu sprechen.

  1. Erzählen Sie uns etwas über Ihr Labor. Wo befindet es sich und welche Dienstleistungen bieten Sie an?

    Wir sind ein Fotolabor mit Komplettservice und verfügen über zwei Standorte in NYC (Bushwick und Williamsburg) sowie einen Standort in LA. Wir bieten Filmentwicklung, Scannen und Abzüge auf unserem C-Print-Gerät an. Wir entwickeln C-41-, Schwarz-Weiß-, E-6- und ECN-2-Filme mit verschiedenen Hüllenoptionen, sodass der Kunde die Wahl hat, seinen Film in der für ihn am besten geeigneten Form zurückzubekommen. Unsere Scans umfassen Noritsu HS-1800-Dateien im Format „Large JPEG“ oder „X-Large TIFF“, Flachbettscans und natürlich Scans mit einer Profikamera unter Verwendung der VALOI 120 und 35.



  2. Warum haben Sie sich für diese Scan-Option entschieden? Welche Anforderungen können Sie mit dem Scannen per Kamera erfüllen? Gibt es spezielle Wünsche oder Anforderungen der Kunden an ihre Scans, die Sie mit diesem Verfahren erfüllen können?

    Wir haben uns für diese Scan-Option entschieden, um unseren Kunden eine hochwertigere Alternative anzubieten, mit der sie das Potenzial ihrer Filme mithilfe moderner Digitalisierungstechnologie voll ausschöpfen können. Die Sonderwünsche, die wir erhalten, betreffen vor allem ältere Filme, die eine schonendere Behandlung erfordern, die bei einem automatisierten Filmscanner möglicherweise nicht funktioniert oder nicht optimal aussieht.



  3. Was ist der Unterschied zwischen einem Labor-Workflow und einem Heim-Workflow beim Scannen?

    Die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Arbeitsablauf in einem Labor und dem Scannen zu Hause liegen in der Geschwindigkeit und der Organisation des gesamten Prozesses – vom Eingang des Auftrags bis zur Auslieferung an den Kunden. Ein Labor muss zeitnah saubere, professionelle Ergebnisse liefern, ohne dabei den Überblick über die Aufträge zu verlieren. Um die Qualität zu gewährleisten, beträgt die Bearbeitungszeit für unsere professionellen Kamerascans 10 Tage. Zu Hause haben Sie die Flexibilität, Ihren Film ganz nach Belieben zu scannen.



  4. Wie reagieren die Kunden auf das Scannen mit der Kamera?

    Wir haben sehr engagierte Kunden, die das Scannenmit der Kamera nutzen. Diese Kunden wünschen sich in der Regel die höchstmögliche Auflösung für ihre Projekte oder möchten durch den großen Farbraum und die Flexibilität einer RAW-Datei mehr Spielraum bei der Bearbeitung haben. Die Kunden, die diese Methode ausprobieren, kehren in der Regel nie wieder zu unseren Noritsu-Scans zurück, da die Auflösung so beeindruckend ist und die Bearbeitungszeit sich lohnt.

  5. Wie optimieren Sie Ihren Arbeitsablauf?

    Wir suchen nach Möglichkeiten, unseren Arbeitsablauf so weit wie möglich zu optimieren, und gehen dabei sogar so weit, unser System zur Dateiübermittlung an Kunden zu automatisieren, damit diese ihre Dateien erhalten, sobald wir mit dem Scannen ihrer Negative fertig sind. Eine der neueren Änderungen bei uns war die Ergänzung unserer VALOI um einen magnetischen Objektivfilter, der es uns ermöglicht, schnell zwischen den Formaten 35 und 120 zu wechseln. Außerdem lässt sich damit zwischen den einzelnen Rollen schnell Staub entfernen.

  6. Welche Formate lassen die Leute am häufigsten mit der Kamera einscannen?

    Bei 35 bis 120 Negativen liegt das Verhältnis bei etwa 60 zu 40. Allerdings schwankt das ständig und hängt davon ab, wer seinen Film abgibt.



  7. Welchen Konvertierungs-Workflow verwenden Sie und warum?

    Beim Scannen von DSLR-Fotos bewegen wir uns an der Spitze der Konvertierungssoftware. Wir probieren jede neue Software aus, die auf den Markt kommt, und obwohl es spannende neue Optionen gibt, bleiben wir in der Regel bei „Negative Lab Pro“. Das Programm ist recht zuverlässig und ermöglicht einen sauberen Export, sodass unsere Kunden ihre Fotos bei Bedarf weiter bearbeiten können. Wir bieten außerdem eine kostengünstige RAW-Option an, bei der wir weder zuschneiden noch konvertieren, sodass das gesamte kreative Potenzial in den Händen des Kunden liegt.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von NYC Film Lab

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