Software zur Negativkonvertierung

Im Folgenden finden Sie eine kurze Einführung dazu, warum es Software gibt, mit der man aus Negativen Positive erstellen kann.

Konvertieren vs. Invertieren

Aus einem Negativfilm ein Positivfilm zu machen, klingt einfach – ein Negativ ist ja einfach das Gegenteil eines Positivs, also muss man das Negativ nur umkehren. Oder? … Oder?!

Meistens nicht – das ist das Ergebnis, wenn man einen Scan von einem Negativ nimmt und eine direkte Umkehrung vornimmt.

Das sieht nicht besonders gut aus, oder? Was wäre, wenn wir den Weißabgleich einfach am Rand ausrichten würden – es ist viel zu blau!

Jetzt ist der Rand um das Bild schön schwarz, aber das Bild sieht immer noch furchtbar aus! Was wäre, wenn wir den Weißabgleich anhand eines bekannten Graupunkts im Bild vornehmen würden?

Das sieht schon viel besser aus! Und doch – es ist noch weit entfernt von dem schönen Bild, das auf dem Film zu sehen sein sollte.

Das Bild ist viel zu matt, hat einen geringen Kontrast und wirkt immer noch seltsam rötlich. Außerdem ist keine Unterscheidung zwischen dem gelben Moos im Vordergrund und den grünen Pflanzen zu erkennen.

Jetzt sieht es langsam wie ein richtiges Bild aus! Wir haben den Kontrast sowohl mit einer leicht S-förmigen Kontrastkurve angepasst als auch die Extremwerte etwas abgeflacht, um ein authentischeres Schwarz und Weiß zu erzielen.

Und doch – im Vordergrund gibt es immer noch keine Abgrenzung zwischen Moos und Gras.

Diese Konvertierung wurde mit Negative Lab Pro durchgeführt, wobei standard verwendet wurden und nur ein paar Klicks erforderlich waren.

Hier haben wir insgesamt ansprechende Farben und Kontraste sowie eine gute Schärfentrennung im Vordergrund.

Dieses Beispiel soll niemandem suggerieren, dass die manuelle Konvertierung eines Negativs unmöglich ist oder dass man sich „Negative Lab Pro“ kaufen muss. Wir können daraus jedoch einige Lehren ziehen:
  • Das Umkehren von Negativen ist nicht dasselbe wie deren Konvertierung: Für die Konvertierung müssen die Kurven dereinzelnen Farbkanäleangepasst werden.
  • Aus einem Negativ ein Positiv zu erstellen, ist einInterpretationsprozess, was bedeutet, dass einige Entscheidungen getroffen werden müssen, um das endgültige Bild zu erhalten.
  • Daraus folgt, dass die Umwandlung von Negativ zu Positivsubjektivist und dass es so etwas wie eine „wahre“ Eigenschaft eines Filmmaterials kaum gibt.
  • Die automatische oder halbautomatische Negativkonvertierung kann ein sehr guter Ausgangspunkt für die digitale Bearbeitung Ihrer Negative sein – seien Sie jedoch gewarnt: Die Software ist nicht perfekt, und Sie können sich nicht einfach zurücklehnen und die Arbeit der Software überlassen.

Software-Optionen

Hinweis: Die unten aufgeführten Kategorien sind nach Preisspanne geordnet, nicht nach Qualität – im Allgemeinen können die letzten drei Kategorien ähnlich gute Ergebnisse liefern.

Kostenlos, aber langsam

0€

Darktable (Negadoctor)

Rawtherapee (Filmnegativ) 

Vorteile
• Kostenlos
• Auf allen Systemen verfügbar
• Erfordert keinen leistungsstarken Computer
• Liefert bessere Farben als die meisten manuellen Konvertierungen

Nachteile
• Langsam in der Anwendung
• Manuelle Arbeit
• Liefert möglicherweise nicht so gute Ergebnisse wie andere Tools

 

Eigenständig

7.9959,99 € pro Monat199,99 € pro Jahr€/auf Lebenszeit
Aktueller Preis

 FilmLab

Vorteile
• Eigenständig: Nicht von anderer Software abhängig
• Liefert ein Ergebnis, das eher wie ein gedruckter Fotoabzug aussieht (weniger digital)
• Verfügbar für Windows und Mac
• Steuerelemente wie in der Dunkelkammer
• Übersichtliche Benutzeroberfläche
• Hervorragende Tastenbelegung

Nachteile
• Nicht vollständig automatisiert
• (Noch) keine Batch-Lösung
• Die manuelle Steuerung erfordert ein gutes Auge für Farben
• Keine Zuschneidefunktion
• Bei großen Datenmengen langsam

 

Kostenloses Plugin

0 € (erfordert Photoshop)

Grain2Pixel

Vorteile

• Kostenloses Plugin (erfordert eine aktuelle Version von Photoshop)
• Vollautomatische Stapelverarbeitung
• Liefert hervorragende Farben
• Flexibles System zur Anwendung eigener „Looks“ (LUTs)
• Regelmäßige Updates

Nachteile
• Erfordert einen leistungsstarken Computer (sonst läuft das Programm langsam)
• Erfordert eine aktuelle Version von Photoshop
• Keine direkten Anpassungen während der Konvertierung möglich
• Große Ausgabedateigröße bei TIFF


Kostenpflichtiges Lightroom-Plugin

84 € (99 $)

Negative Lab Pro

Vorteile
• Schnelle Verarbeitung
• Weitgehend automatisierte Stapelverarbeitung
• Auch für leistungsmäßig durchschnittliche Computer geeignet
• Zerstörungsfreie Bearbeitung
• Ziemlich gute Farben
• Regelmäßige (kostenlose) Updates
• Integrierte Anpassungsfunktionen, um die Konvertierung an Ihre Bedürfnisse anzupassen

Nachteile
• Teuer (99 $ als Einmalzahlung)
• Erfordert eine aktuelle Lightroom-Lizenz
• Manche mögen die Lightroom-Katalogumgebung nicht
• Der Weißabgleich muss oft manuell angepasst werden